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Plötzlich stand da dieser Typ: Locken, dicke Brille, knittriges Hemd. Er wanderte durch die Gräser vor Kims Waldinselbühne, nahm schließlich Platz auf einem wackeligen Barhocker und schwang sich die Gitarre um. 

„A one, a two, a one two three four…“

Im Publikum flüsterten die ersten, er sähe genauso aus wie der junge Dylan, und als seine Stimme einsetzte, ließ John Winston Berta die Blues-Era neu erklingen. Doch John ist mehr als das Abziehbild einer Überfigur. 

„Singen gehört für mich einfach zum Leben dazu“, er trommelte und sang schon als Kleinkind auf der Gitarre seiner Mama. Seine Eltern erkannten bereits früh, dass der kleine John in der Musik aufgeht. Mal sprang er im Supermarkt aus dem Kinderwagen, schnappte sich zwei Zahnbürsten und begann auf den Regalen zu trommeln oder verwandelte im Kindergarten eine Regentonne in ein Drumset und Schaufeln zu Drum Sticks.

Mit vier Jahren begann er schließlich als Drumschüler von Markus Willems an der PPC Music School Hannover Unterricht zu nehmen. 

Durch seine Liebe zur Musik erfindet er sich entlang der Zeittafel der Musikgeschichte in unterschiedlichen Stilen immer wieder neu – er sang viel mit seinen Eltern, nahm mit fünf Jahren schon seine musikalischen Kreationen selbst auf Kassette auf und wirkte zu Schulzeiten in mehreren Bandprojekten, mit denen er auch bis nach England und Frankreich reiste, um in den dortigen Grundschulen die Musik von „Chicago“, „Blood Sweat & Tears“, „Michael Jackson“ oder eigenen Stücken zu spielen.

 „Ich hatte das Glück, an eine Grundschule mit musischem Schwerpunkt zu gelangen, unser Schulleiter und Musiklehrer Jürgen Löhlein eröffnete uns viele enorm spannende Austauschprojekte und hatte eine einzigartige Art, den Spaß an der Musik zu kommunizieren. Mein Leben ist eine musikalische Reise”, sagt John. 

Durch das Mitwirken in  unterschiedlichen Combo und Big Band Formationen in Hannover unter der Leitung von Wolf Struck und Achim Kück und dem studieren der Platten von Künstlern wie Jazz Drum Legende Art Blakey eröffnete sich ihm die Welt des Jazz.

Im Jahr 2014 wurde John als Mitglied beim Jugendjazzorchester Niedersachen “Wind Machine” unter der Leitung von Prof. Bernhard Mergner aufgenommen, mit dem er neben unzähligen Konzerten im deutschen Raum u.a. mit Gastauftritten von Nils Wogram und Klaus Heidenreich auch bereits in russischen Städten wie Moskau, Novosibirsk und Barnaul auftreten durfte. Zeitweise sprang er ebenfalls beim Deutsch-Polnischen Jugendjazzorchester ein.

Er springt zwischen den Genres mit dem jugendlichen Leichtsinn eines Musikers, der alles will und das gleichzeitig. Er reist gern zu Sessions zwischen europäischen Großstädten, nahm Unterricht bei Hilko Schomerus (Randy Crawford, Miles Davis, DJ Bobo), Chester Thompson (Frank Zappa, Genesis, Weather Report), stand bereits mit Jamie Cullum, Jacob Collie, Benny Brown und Hervé Jeanne (Roger Cicero) auf der Bühne, und wenn ihm das Kleingeld ausgeht, stellt er seinen Gitarrenkoffer auf die Straße und spielt für Passanten. Neben seiner Band „Hagelslag“, mit der er schon für die „Fantastischen Vier“ eröffnete, gehört er unzähligen festen und improvisierten Formationen an, u.a. Barth & Berta. 

Kim Senger, der ihn vom Fleck weg auf seine Waldinselbühne holte, motivierte John, musikalisch auch eigene Pfade zu beschreiten. Er vernetzte ihn mit den richtigen Leuten und übernahm das Management, das die beiden freundschaftlich halten und ohne knebelnde Major-Einflüsse. 

Mit seinem Debutalbum „No Go To Hollywood“ erscheint nun endlich Johns erste Soloplatte, auf der er nicht nur alle Songs selbst getextet, sondern auch die Instrumente (ausgenommen Keys: Lennart Smidt) eingespielt hat. Jurik Maretzki, Produzent der Band „Liedfett“, unterstützte ihn bei der Studioarbeit. Das Mastering übernahm Marc Einstmann, der schon für Mick Jagger, Depeche Mode und The Neptunes arbeitete. Johns Texte entspringen dem Moment. Er fängt ein Gefühl oder eine Stimmung ein, die ihn persönlich berührt und dennoch eine universelle Sprache spricht. Er erzählt vom Sich-Aufraffen, dem Drang zu Erleben und zu Sein, von den Tücken der Liebe und der Sehnsucht nach echten Beziehungen, aber auch vom inneren Frieden und dem Wert wahrer Freundschaft.

In dem Song „The Key“ gibt er seine eigene Verschlossenheit preis, die er in seiner Musik überwindet. Er kreiert eine musikalische Tiefe in der Musik, die er mit Elementen des Folk, Rock & Jazz anreichert und dadurch seinen ganz persönlichen Sound immer wieder neu entstehen lässt. 

„I want to engage other humans to find out about their true nature through music. Music is a language that we all carry inside of us“, so begreift John seine Motivation zu schreiben. Wer mit John die Sprache der Musik sprechen will, sollte sich „No Go To Hollywood“ anhören. Die Platte erscheint im Frühjahr 2020.

Aktuell – 30.10.-24.11.19 ist John Vorband von Liedfett. Siehe News und Termine.