Der Waldinsel-Laster auf der „Molotow Must Stay“-Demo

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Als kurz vor Weihnachten bekannt wurde, dass der legendäre Musikclub „Molotow“ zum dritten Mal vor dem vermeintlichen Aus steht, war der Aufschrei groß. Knapp 10 Jahre ist es her, dass die Spielstätte zum ersten Mal geräumt wurde, weil Einsturzgefahr in den ehemaligen Esso-Häusern drohte. Ungefähr ein Jahr später musste der Club dann erneut umziehen. Doch auch am Nobistor soll bald Schluss sein – denn dort plant Investor René Marn mit seiner Firma Marn Objektmanagement den „Neubau eines Boutique Hotels“ für die zur Hyatt-Gruppe gehörenden Lindner Hotels. Währenddessen hat der Bau des Paloma-Viertels, in welchem dem „Molotow“ ein neues Zuhause versprochen wurde, noch nicht einmal begonnen.

Quelle: https://www.instagram.com/molotowclub

Dabei steht die Konzertplanung schon für das gesamte Jahr 2024 fest – und viele dieser Konzerte könnten unter diesen Umständen gar nicht oder zumindest nicht in der geplanten Größe stattfinden. Damit fällt nicht nur eine bedeutende Spielstätte für aufstrebende Bands und deren Fans plötzlich weg, sondern auch ein wichtiger Kulturort für die Stadt Hamburg. Denn das „Molotow“ ist auch ein Ort, an welchem Ideale und Werte vertreten werden, die vor allem auf dem Kiez oft zu kurz kommen.

Mit der Solidarität, die dem Kultclub unter den betreffenden Social Media-Beiträgen entgegengebracht wurde, haben sich bereits unzählige Menschen (vor allem aus der Musik- und Clubszene) öffentlich und deutlich positioniert. Um der Empörung Gehör zu verschaffen, haben das Clubkombinat und das DANS Kollektiv gemeinsam mit dem „Molotow“ zur Demo am 30. Dezember 2023 aufgerufen. Auch uns von der Waldinsel ist es wichtig, Solidarität zu zeigen. Deshalb haben wir unseren großen Laster als Bühne für die Abschlusskundgebung gratis zur Verfügung gestellt.

Nach dem Auftakt um 15:00 vor dem „Molotow“ mit musikalischer Begleitung von den Bands „Sempf“ und „Team Scheiße“ zogen die ca. 5000 Demonstrierenden durch die Stadt, bis sie die letzte Station der Route erreichten: den Platz vor dem Lindner Hotel in der Neanderstraße, auf welchem wir die mobile Waldinsel-Lasterbühne schon aufgebaut hatten. Andi Schmidt, der Betreiber des „Molotow“, wandte sich in seiner Kundgebung mit bewegenden Worten an die Menschenmasse. Er stellte fest: „Wenn man mittlerweile das Wort Clubsterben bei Google eingibt, dann kommt als erstes Wort Hamburg. Und das sollte der Stadt zu denken geben.“

Diesen Zustand können und wollen wir als Teil der Musik- und Kulturszene so nicht hinnehmen. Bei ihrem anschließenden Auftritt auf unserem Laster rief Ina von der Band „Deine Cousine“ dazu auf, laut zu werden:
„Habt ihr Lust, dass wir diesen Leuten gemeinsam mal sagen, was wir von ihnen halten?“

Und das taten die Menschen. Laut, ausgelassen und tanzend. Einen Einblick in die Stimmung an diesem Tag sowie die gesamte Kundgebung von Andi findet ihr in unserem YouTube-Video. Und das Engagement hat sich gelohnt: Dem „Molotow“ wurde eine Fristverlängerung bis Ende des Jahres 2024 gewährt.

Du willst diese Zustände auch nicht hinnehmen und dich engagieren? Mehr Infos findest Du hier oder auf den Social-Media-Kanälen des Clubkombinats.

Beitrag von: Liv Kristin Ovens

Abschlusskundgebung der Molotow Demo mit Worten des Betreibers Andi Schmidt zum Clubsterben

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